8. Tor ☆ ADVENT – Die Ankunft ☆

Das 8. Tor des Metafiction Adventskalenders.

Eine musikalische Weihnachtsgeschichte über den Anbeginn einer neuen Zeit.

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„Barmherzigkeit ist eine schwere Bürde. Für jenen, der sie ausübt, ist sie ein zweischneidiges Schwert. Für jenen, der sie empfängt, ist sie kaum zu ertragen.

Ich wusste das. Ich hatte mich versehentlich in diese Welt verrannt. Ein gefährliches Unterfangen entgegen aller Gesetze der Vernunft. Mein Verbrechen war es, einer relativen Welt ein absolutes Gegengewicht zu schenken und so das Gleichgewicht der Kräfte aus der Balance zu bringen. Mein Ankläger war das Schicksal, in welches ich grob fahrlässig eingedrungen war. Mein Richter waren die Menschen, die unablässig an mich geglaubt hatten. Ich hatte die Wage der Gerechtigkeit aus ihrer Verankerung gerissen und so konnte nur noch Grausamkeit geschehen.

Die Zwietracht keimte im Grund ihrer Erwartung. Jeder wollte der erste sein, im Gewühl von Missgunst und Eifer. Je unschuldiger sie waren, um so gewaltvoller stritten sie um ihr Recht. Sie hatten das Gute gesehen und verblendet von dieser, meiner Erscheinung, witterten sie nur noch Böses um sich herum.

Schließlich wendeten sie sich von einander ab. Richteten Wut und Enttäuschung auf mich. Einer trat hervor. Verlangte Gerechtigkeit. Und meinte Vergeltung. Er nahm einen Stein vom Boden der Hochmut. Hielt ihn weit über seinen Kopf. Er befeuerte die streitende Masse mit Lüge und Angst.

Sie konnten mich nicht ertragen.

Sie schwangen das zweischneidige Schwert meiner Hinrichtung.

Barmherzigkeit ist eine Illusion.“